Stress am Bach?!?

Paddeln als Breitensport ist Spaß, Naturerlebnis und a riesige Gaudi ohne große Reglements und mit nur wenigen Einschränkungen.

Jede(r) kann Paddeln in einer oder mehrerer der unzähligen Facetten des Sports ausüben, die eben am besten gefallen.

Stress sollte dabei eigentlich nicht groß aufkommen, will man doch seine Freizeit genießen, jedoch ist dies insbesondere am Anfang der Paddlerkarriere gerne mal der Fall und gehört zum Paddeln dazu, wie nass zu werden:

Zum einen steckt man technisch noch in den Kinderschuhen, zum anderen gibt es soviel außen herum zu beachten, dass man leicht überfordert ist. Das ist ok und kann doch schnell geändert werden!

Und dann sind da noch die erfahrenen Hasen, die gerne mal etwas mit Ungeduld glänzen...

Was sollte man also beachten, damit man alsbald souveräner wird?

Hierzu ein paar beliebig erweiterbare Ideen:

1. Pack mit an: lieber einmal daneben gegriffen, als untätig daneben gestanden.

2. Frag den/die Erfahrene(n): kein erfahrener Paddler hat die Pflicht Euch die Dinge nachzutragen oder von sich aus zu erklären, holt Euch die Informationen durch gezielte und überlegte Fragen ab.

3. Sei gut vorbereitet: alle sind gemeinsam am Bach und doch auch jede(r) für sich. Bereite Dich also vor auf das was kommt. Den Bach sowie den geplanten Streckenabschnitt für die kommende Tour solltest Du kennen. Flussführer zu lesen ist einfach, wenn man es 2-3 mal gemacht hat. Zusätzlich hält das Internet für beinahe jede Standardstrecke eine ausführliche Beschreibung parat, aktuelle Pegelstände ebenso und den Wetterbericht hat heute auch beinahe jede(r) auf dem Handy parat. Wenn Du Dir irgendwo unsicher bist, dann frag einfach nach.

4. Pack noch öfter mit an: vor allem, wenn es um Deine Sachen geht - weder im Verein noch in der Paddelclique ist irgendwer anders für Deine Sachen verantwortlich außer Du selbst. Und wenn sich dann auch noch jeder ein bisschen um die Sachen der anderen kümmert, dann klappt vieles einfacher, geht schneller und ist damit schöner!

5. Sei allzeit für den anderen da: pack mit an, wenn sich Schwächere beim Schleppen ihrer Ausrüstung abmühen, hilf OHNE Aufforderung Dritter, wenn jemand Schwierigkeiten hat oder gar in Not gerät - egal ob Du die Person kennst oder nicht und zeige Zivilcourage, wenn jemand andere, sich oder die Umwelt gefährdet.

6. Sei aufmerksam: im Freizeitsektor bekommst Du Tipps und Empfehlungen anderer aus freien Stücken - nimm dieses Geschenk an und versuche es für Dich zu verwerten. Sie nehmen sich Zeit für Dich, freu Dich und honoriere es.

7. Denk an die anderen: Wurfsack mit Paddelkarabiner gehört in jedes Boot oder noch besser mit entsprechendem Gurtsystem an jeden Paddler. Wer keinen Wurfsack mitführt signalisiert damit leider, dass ihm das Wohlergehen seiner Mitpaddler reichlich wenig bedeutet. Ausreden, dass man damit nicht umgehen könnte oder ähnliches werden in der Regel wohl nicht akzeptiert werden, da sie nur eins sind: Ausreden. Mach ein Sicherheitstraining im Verein, beim Verband oder in einer Kajakschule. Sprich die alten Hasen im Verein darauf an und übe regelmäßig Wurfsackwerfen, Springersicherung und Flaschenzüge aufbauen, damit es im Ernstfall reibungsfrei klappt.

8. Respektiere die Natur: Boote über Kiesbänke, Wiesen und Wege schleifen müssen wir unbedingt unterlassen! Nicht nur, dass wir dadurch Nistplätze schonen und Flurschäden weitestgehend eindämmen können, es gibt auch große Organisationen, die unseren Sport am liebsten komplett - wenn auch äußerst grundlos - verbannen würden. Schadet bitte nicht unnötig der Natur und seid den Feinden unseres Sports keine Zielscheibe.

9. Kümmert Euch um die anderen: Schwimmer sind normal und meistens eine harmlose Sache. Dennoch sollte man das nie auf die leichte Schulter nehmen und alles daran setzen, dass der Schwimmer und NACHRANGIG seine Ausrüstung heil am Ufer ankommen. Alle sind gefragt mit zu helfen, auch wenn sich bereits einer oder mehrere gute Paddler darum kümmern. Entweder man fährt voraus und springt aus seinem Boot, um mit Wurfsack parat zu stehen oder man fragt die Rettenden, was man am besten tun könnte - besprecht solche Situationen immer wieder vor und nach den Touren mit Euren Mitpaddlern.

10. Beherrsche die Kommunikationszeichen am Bach !

11. Lerne richtig zu laden: Zurrgurte sind kinderleicht zu bedienen, die Knotentechnik für die Befestigung mit Seilen auch, lass es Dir einmal ausführlich erklären und übe dann ein paar mal, dann kannst Du in Zukunft erfolgreich mit anpacken und bist eine Hilfe für Dein Team.

12. Führe Dein Handy mit: wasserdichte Verpackungen für Handys kosten nicht die Welt und es ist sinnvoll stets sein Handy mitzuführen, falls sich doch einmal jemand verletzen sollte: 112 ist dann die Nummer mit der Du europaweit Hilfe erhältst (in wenigen Ausnahmen auch die 114!). Noch ein Vorteil: der Rettungsdienst kann Dich anhand Deines Handysignals orten und ist im Notfall schneller bei Dir oder Deinem verletzten Mitpaddler. Am besten verstaust Du das wasserdicht verpackte Handy in der Schwimmweste oder noch besser unter der Trockenjacke oder dem Trockenanzug an einem Bändchen um Deinen Hals. Dann hast Du es auch im Falle einer eigenen Schwimmeinlage bei Dir und kannst mit Deinen Kollegen, die am anderen Ufer oder um die nächste Kurve stehen leichter kommunizieren.

13. Nimm es niemals persönlich, wenn jemand kurzzeitig die Nerven verliert oder laut wird - oft steckt dahinter nur ein Missverständnis oder eine Entrüstung über ein unter Umständen nicht ganz sachdienliches Verhalten einzelner, der Gruppe oder vielleicht ganz selten auch von Dir. Es ist nur eine Chance, wieder ein bisschen zu lernen und besser zu werden. Sobald Du selbst einmal eine nicht ganz rund gelaufene Rettungssituation angeführt hast, wirst Du wissen, wie enttäuschend es sein kann, im Stich gelassen zu werden und um Hilfe betteln zu müssen. Besprecht solche Situationen unbedingt im Anschluss in Ruhe nochmals, dann können alle davon profitieren und es klappt das nächste mal stressfreier.

Mit einem Satz:

Sei wachsam, offen für Neues, rücksichtsvoll, kümmere Dich um Deine Sachen und die der anderen und werde wertvoll für Deine Mitpaddler und Dein Team, dann macht es allen noch mehr Spaß auf´s Wasser zu gehen.

Denn beim Paddeln bedeutet TEAM nicht "Toll Ein Anderer Macht´s",

sondern

EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN!!!

😉

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